Als vorbildliches Projekt mit innovativem Modellcharakter sorgt die Morbacher Energielandschaft auf bundesweiter Ebene für Aufmerksamkeit. Auf dem Gelände eines ehemaligen Munitionslagers werden in der Hunsrücker Gemeinde Windkraft-, Biogas- und Photovoltaikanlagen in einem Themenpark zusammengeführt und mit der regionalen Land- und Forstwirtschaft sowie dem produzierenden Gewerbe vernetzt. Integriertes Stoffstrommanagement durch geschlossene Stoff- und Energiekreisläufe wird hier praktisch umgesetzt und den zahlreichen Besuchern nahe gebracht. In der Bevölkerung stößt das Konzept der Morbacher Energielandschaft daher auf große Akzeptanz.
In der Morbacher Energielandschaft sorgt ein vielseitiger Mix aus regenerativen Energien für sauberen und klimafreundlichen Strom. Auch sämtliche Privathaushalte der Verbandsgemeinde werden bereits mit erneuerbaren Energien versorgt. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll die Einbeziehung der lokalen Gewerbebetriebe in die Kreislaufwirtschaft der regionalen Versorgung erfolgen.
Der weitere Ausbau regenerativer Energieanlagen in Morbach ist geplant. Neben den vorhandenen Anlagen zur Nutzung von Sonnen- und Bioenergie und dem Windpark wird u.a. die welthöchste Windenergieanlage mit einer Gesamthöhe von 210 Metern entstehen.
Außer einer bereits existierenden NawaRo-Biogasanlage in Morbach beabsichtigt die Juwi-Gruppe aus Wörrstadt die Errichtung einer weiteren Biogasanlage auf Basis der Bioabfallvergärung. Hierbei werden verschiedene Fraktionen organischen Abfallmaterials, wie beispielsweise Speisereste, Fette, Tabakstaub, Kräuterreste, Hefen usw. verwertet. Hier tritt ein besonders interessanter Synergieeffekt auf: Die Abwärme der beiden Biogasanlagen werden von einem Pelletwerk am selben Standort genutzt.
Der Input in die Vergärungsanlage soll ca. 50.000 t pro Jahr betragen, der Output an Gärresten noch rund 45.000 t. Umliegende landwirtschaftliche Flächen sind durch die Ausbringung der anfallenden Gärreste aus einer bereits vorhandenen NawaRo-Biogasanlage gut ausgelastet, sodass seitens der Landwirte nur wenig Interesse an einer Verwertung von weiteren Gärresten besteht. Ein anderes Konzept für deren Verwertung ist dringend notwendig.
In den vergangenen Jahren wurden bereits verschiedene Untersuchungen zur technischen Behandlung und Aufbereitung von Gärresten durchgeführt. Leider sind diese Verfahren bisher oft aufgrund der hohen Investitions- und Betriebskosten nicht als wirtschaftlich zu bezeichnen. Da in den Gärresten jedoch ein großes Potential an Pflanzennährstoffen vorhanden ist, erscheint eine landwirtschaftliche Verwertung grundsätzlich sinnvoll.
Vor diesem Hintergrund ist in Morbach die Errichtung einer weltweit einzigartigen, innovativen Bioabfallkreislaufanlage geplant, mit deren Hilfe die anfallenden Gärreste aus der geplanten Biogasanlage einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden können. Zusätzlich können bislang ungenutzte Biomassepotentiale aus der Region, die das Land Rheinland-Pfalz teilweise mit hohen Kosten belasten, in das Gesamtkonzept Energielandschaft Morbach integriert werden.
Die geplante Terra Preta-Anlage stellt eine bisher einzigartige Kombination aus Behandlungsanlage für Gärreste und Produktionsanlage für hochwertige Substrate dar. Dabei wird der Fokus auf eine optimale Nutzung, Verwertung und Aufwertung sämtlicher Inputstoffe (organische Substanz, Nährstoffe, Wasser usw.) gesetzt. Während die festen Bestandteile einschließlich der Nährstoffe weitgehend zu Humussubstrat verarbeitet werden, können die flüssigen Bestandteile nach Durchlaufen der Behandlungsstufen zur Bewässerung einer Energiepflanzenplantage verwendet werden.
Zur Zeit läuft das Genehmigungsverfahren für das Morbacher Werk. Im Frühjahr 2010 soll der Anlagenbau beginnen und für vorraussichtlich Ende 2010 ist die Inbetriebnahme des weltweit ersten grossen Terra Preta Werks geplant. Wir halten Sie gerne auf dem Laufenden und werden an dieser Stelle regelmäßig über den aktuellen Stand der Morbacher Anlage informieren.